5 goldene Tipps für das Segeln in der (Ant)arktis

März 22, 2019

(Ant)arktisches Segelabenteuer

Skipper Stephane begann im Alter von 15 Jahren zu segeln. Inzwischen hat er nahezu alle Ozeane der Welt bereist und dabei unter anderem seine Leidenschaft für die Antarktis sowie Arktis entdeckt. 

Er hat es gewagt, beide Pole auf einer Expedition mit seinem Segelboot zu erkunden und hat dabei einige der schönsten Erfahrungen seines Lebens gemacht. Er hat die letzten 15 Jahre im ewigen Eis verbracht und kennt inzwischen alle Tücken und Gefahren dieses einmaligen Abenteuers.

Hier verrät er seine 5 goldenen Tipps für einen (Ant-)arktis Segeltörn!

Wenn auch du gerne ein derartiges Abenteuer erleben möchtest, kannst du Stephane auf seiner nächsten Expedition an den Polarkreis begleiten. Wirf hierfür einen Blick in sein Sailsquare-Profil und entdecke seine Segeltouren.

Von Stephane:

1. Segelboote im ewigen Eis

Das Segeln in der Antarktis stellt spezielle Anforderungen an ein Segelboot. Um dem Eis standhalten zu können, müssen die Boote besonders stabil und sicher sein. So kann die Gefahr von Schäden am Boot durch Eismassen vermieden werden. Zahlreiche GFK-Boote segeln ohne Schäden in der Arktis und Antarktis. Es ist erstaunlich zu sehen, dass ein „Plastikrumpf“ dazu in der Lage ist, einen kleine Eisberg zu brechen. Ist das Eis allerdings zu dick, ist es – egal mit welchem Boot – unmöglich, es zu passieren.

In diesem Fall, nehmen wir uns Zeit um das Eis zu beobachten, wir nehmen Proben und stellen Prognosen. Wir beurteilen die Situation genau und gehen kein Risiko ein. Wenn es unmöglich ist, das Eis zu brechen, ändern wir den Kurs. Im Sommer bewegt sich das Eis je nach Wind und Strömung sehr schnell (Packeis in kleinen Schollen). Somit ist es sehr unwahrscheinlich, dass ein ganzer Fjord durch Eis blockiert wird. In der Regel ist eine Seite des Fjordes (meistens die Ostseite) relativ eisfrei.

2. Segeln bei eisiger Kälte

Die Kälte wird zum Problem, wenn keine Heizung vorhanden ist. Stell dir vor, du befindest dich auf einem Skiurlaub in den Alpen ohne eine beheizte Unterkunft oder eine warmes Auto. Es wäre unmöglich. Deshalb haben wir gut beheizte Boote und lassen die Öfen kontinuierlich an. So lebt es sich auf einem Segelboot auch in der (Ant-)arktis in vollem Komfort.

In Grönland, sind die Temperaturen im Sommer nahezu immer über Null. Manchmal hat es sogar bis zu 20°C. Das Wasser ist noch immer “erfrischend” kalt, aber das bedeutet noch lange nicht, dass man nicht baden kann – mit nur ein bisschen Training, kann nahezu jeder in 3°C kaltem Wasser schwimmen und es ist ein einmaliges Erlebnis; vor allem dann, wenn man sich direkt im Anschluss eine heiße Dusche gönnt.

3. Segeln in dichtem Nebel

Wer in der Antarktis oder Arktis segelt, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit, vor allem an der Küste im Osten Grönlands, mit dichten Nebel konfrontiert. Der Nebel verleiht der Umgebung ein atemberaubendes Ambiente und gibt der Expedition in die (Ant-)arktis etwas Mystisches. Es handelt sich dabei um einen „Advektionsnebel“, der durch den Wind mehrmals am Tag aufklärt. In Küstennähe verschwindet er sogar vollständig und hat keine Auswirkungen auf unsere Expeditionen an Land. Um sicher auch bei dichtem Nebel zu segeln, ist ein genaues Radar unerlässlich.

4. Ankerplätze in der (Ant-)arktis

Trotz des Mangels an nautischen Informationen an dieser Küste gibt es mehrere Ankerplätze. Mit ein bisschen logischem Denken und Erfahrung ist es relativ einfach, einen guten Ankerplatz zu finden, an welchem man vor Wind, Wellengang geschützt ist. Wichtig ist es auch, einen vor treibenden Eisbergen geschützten Ankerplatz zu wählen. Die meisten Ankerplätze, in den Fjorden oder Buchten, sind wirklich gemütlich und nett – viel komfortabler als die Ankerstellen im Mittelmeer oder in der Karibik – sie sind abelegen und völlig naturbelassen!

5. Die katabatischen Winde

Manchmal strömt dichte kalte Luft über das Eisschild in einer Piteraq-Böe in Richtung Meer, wo sie plötzlich und sehr stark sein kann. Mitten im Sommer sind die Böen jedoch sehr selten und wir haben sie zum Glück noch nie erlebt. Sollte man in eine der Böen geraten und auf Anker liegen, ist eine feste und sichere Verankerung der Schlüssel. Auf See müssen hingegen sofort die Segel reduziert werden, um ein Kentern zu verhindern.